15. April 2025

Reha-Sport: Alles, was du wissen musst

Reha-Sport – oder ausgeschrieben Rehabilitationssport – ist für viele Menschen der erste Schritt zurück zu mehr Gesundheit, Fitness und Lebensqualität. Ob nach einer Operation, einem Unfall oder bei chronischen Erkrankungen: Rehasport unterstützt dabei, Beweglichkeit und Kraft wiederzuerlangen, Schmerzen zu lindern und den Körper langfristig zu stabilisieren.
In diesem Artikel erfährst du alles über Voraussetzungen, Kosten, Ablauf, Sportarten, Dauer und gesundheitliche Vorteile des Reha-Sports – und ob er sich auch im Fitnessstudio lohnt.


1. Voraussetzungen für Rehasport

Rehasport ist in Deutschland gesetzlich verankert und richtet sich an Menschen, die gesundheitliche Einschränkungen haben. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Orthopädische Probleme wie Rücken- oder Gelenkschmerzen
  • Postoperative Reha, z. B. nach Knie-, Hüft- oder Bandscheibenoperationen
  • Chronische Erkrankungen, etwa Diabetes, Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Neurologische Einschränkungen wie nach einem Schlaganfall
  • Psychosomatische Beschwerden wie Stress oder Erschöpfungssyndrome

Die wichtigste Voraussetzung: Ein Arzt muss bescheinigen, dass Rehabilitationssport medizinisch notwendig ist. Dies erfolgt über das Formular 56, das gemeinsam mit dem Patienten ausgefüllt wird. Danach wird der Antrag zur Krankenkasse für die Kostenübernahme geschickt, die den Reha-Sport in der Regel genehmigt.


2. Wird Reha-Sport von der Krankenkasse bezahlt?

Ja, in den meisten Fällen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für den Rehasport.
Die Standardverordnung umfasst:

  • 50 Einheiten über einen Zeitraum von 18 Monaten.

Bei schwerwiegenderen oder chronischen Erkrankungen sind auch Langzeitverordnungen möglich, bei denen weitere Einheiten bewilligt werden.

Private Krankenkassen übernehmen die Kosten oft ebenfalls, allerdings solltest du hier unbedingt vorab die Bedingungen deines Tarifs prüfen.

Wichtig: Der Rehasport muss in einer anerkannten Einrichtung stattfinden, die von den Krankenkassen zugelassen ist. Dazu gehören viele Physiotherapiepraxen, Sportvereine oder spezielle Reha-Zentren.


3. Kosten: Was zahlt man für Rehabilitationssport?

Die gute Nachricht: Reha-Sport ist in der Regel kostenlos, wenn eine ärztliche Verordnung und die Genehmigung der Krankenkasse vorliegen.

Allerdings gibt es ein paar Dinge zu beachten:

  • Eigenleistungen: Zusätzliche Leistungen wie individuelle Trainingspläne, Geräte-Training oder Massagen sind oft kostenpflichtig.
  • Selbstzahler-Option: Wer keine Genehmigung der Krankenkasse hat, kann Reha-Sport auch privat bezahlen. Die Preise variieren, liegen aber meist bei 8 bis 12 Euro pro Einheit.
  • Mitgliedschaftsmodelle: In manchen Fitnessstudios ist der Reha-Sport Teil eines Kombi-Pakets, das auch freie Trainingszeiten an Geräten ermöglicht.

4. Reha-Sport im Fitnessstudio

Immer mehr Fitnessstudios bieten heute Reha-Sport an – in Zusammenarbeit mit zugelassenen Übungsleitern und Krankenkassen.
Der große Vorteil: Moderne Geräte, flexible Trainingszeiten und oft ein motivierendes Umfeld.

Typischer Ablauf im Fitnessstudio:

  • Anmeldung über die Krankenkasse
  • Teilnahme an festen Reha-Gruppenkursen
  • Möglichkeit, zusätzlich individuell an Geräten zu trainieren (häufig gegen Aufpreis)

Für Berufstätige ist der Reha-Sport im Fitnessstudio besonders praktisch, da viele Studios Abendkurse anbieten.


5. Was wird beim Reha-Sport gemacht?

Das Training ist darauf ausgelegt, die körperliche Leistungsfähigkeit schrittweise zu verbessern. Die Übungen sind sanft, effektiv und individuell anpassbar.

Typische Inhalte:

  • Aufwärmtraining: Sanfte Mobilisationsübungen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen
  • Kräftigungsübungen: Training für Rücken, Beine, Arme und Rumpf
  • Beweglichkeitsübungen: Stretching und Dehnungen für mehr Flexibilität
  • Koordinationstraining: Übungen für Gleichgewicht und Stabilität
  • Entspannungseinheiten: Atemübungen, leichte Meditation oder progressive Muskelentspannung

Die Kurse finden in der Regel in kleinen Gruppen statt – meist 8 bis 15 Teilnehmer –, sodass der Übungsleiter individuell auf jeden eingehen kann.


6. Welche Sportarten gibt es im Reha-Sport?

Reha-Sport ist vielseitig. Je nach Einrichtung und gesundheitlichem Ziel kommen unterschiedliche Sportarten zum Einsatz. Hier ein Überblick:

  • Gymnastik: Klassische Gruppenübungen mit und ohne Geräte
  • Wassergymnastik/Aqua-Fitness: Gelenkschonendes Training im Wasser, ideal bei Arthrose oder Übergewicht
  • Nordic Walking: Draußen an der frischen Luft, stärkt Ausdauer und Herz-Kreislauf-System
  • Yoga oder Pilates: Für bessere Beweglichkeit, Haltung und Entspannung
  • Kraft- und Gerätetraining: Vor allem in Studios, zur gezielten Kräftigung
  • Herz-Kreislauf-Training: Schonende Ausdauereinheiten, etwa auf dem Fahrrad-Ergometer

Die Auswahl hängt oft von den individuellen Beschwerden und den Möglichkeiten der Einrichtung ab.


7. Dauer des Reha-Sports

Wie lange man Reha-Sport macht, hängt von der Verordnung ab:

  • Standarddauer: 50 Einheiten in 18 Monaten
  • Erweiterte Dauer: Bei chronischen Erkrankungen sind auch 120 Einheiten über 36 Monate möglich.

Eine typische Einheit dauert 45 bis 60 Minuten.

Nach Ablauf der Genehmigung ist es oft möglich, einen Folgeantrag zu stellen – insbesondere, wenn weiterhin gesundheitliche Einschränkungen bestehen.


8. Ist Reha-Sport gesund?

Ja, Reha-Sport ist wissenschaftlich erwiesen gesund. Er fördert nicht nur die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit.

Gesundheitliche Vorteile:

  • Schmerzlinderung: Besonders bei Rücken- oder Gelenkproblemen
  • Bessere Beweglichkeit: Mehr Flexibilität und Mobilität im Alltag
  • Stärkung der Muskulatur: Unterstützt Rehabilitation und beugt Verletzungen vor
  • Förderung der Herz-Kreislauf-Gesundheit: Senkt Blutdruck und verbessert Ausdauer
  • Stressabbau: Bewegung in der Gruppe wirkt motivierend und ausgleichend
  • Verbesserte Lebensqualität: Mehr Energie, weniger Einschränkungen im Alltag

Besonders wichtig: Reha-Sport ist sanft und auch für Menschen geeignet, die lange keinen Sport gemacht haben. Die Übungen werden individuell angepasst, sodass kein Risiko der Überlastung besteht.


Fazit

Reha-Sport ist eine wertvolle Maßnahme, um nach Verletzungen, Operationen oder bei chronischen Beschwerden wieder fit zu werden – und das ohne zusätzliche Kosten, wenn eine ärztliche Verordnung vorliegt.

Du möchtest einen Anbieter für Rehasport finden? Bei uns kannst du das Rezept einlösen: melde dich bei uns.

Weitere Beiträge

Die Mythen des Alterns kurz erklärt

Beweg dich! Ihr Trainingsplan für Zuhause

Rückenschmerzund Training. Passt das?